Apps für orthopädische Übungen verschlimmern oft statt zu helfen -- Am Markt existieren zahlreiche Apps, die versprechen, die Gesundheit der Anwender zu erhalten oder bestehende Leiden zu lindern. Jedes Unternehmen kann solche Apps anbieten, ohne die Richtigkeit der Inhalte nachzuweisen oder die Seriosität der Beratung zu garantieren. Krankenkassen verschreiben einige geprüfte, kostenpflichtige Apps, um ihren Mitgliedern bei Rückenschmerzen oder anderen Erkrankungen Hilfe zu bieten. Bei orthopädischen Apps z. B. kann die Kasse oder der Orthopäde eine App mit dem Ziel verschreiben, dass der Patient damit allein geeignete Übungen durchführt. Und genau dort sieht Dr. Burkhard Lembeck, einer der Kongresspräsidenten des DKOU 2021, ein Problem: "Wir Ärzte wissen nicht, ob der Patient mit der App die für ihn geeigneten Übungen auswählt. Ohne Beratung weiß kein Patient, worauf er achten muss. Der Heilungsprozess ist dann gefährdet. Im schlimmsten Fall verschlechtert sich der Gesundheitszustand". Lembeck sieht auch die positiven Chancen von Apps. Er bemängelt jedoch, dass mit den Apps Untersuchung, Diagnostik und Beratung durch den Arzt zu kurz kommen: "Gesundheits-Apps sind gut, wenn die orthopädische, individuelle Fachberatung aktiv integriert ist".

Quelle: Pressekonferenz B anlässlich des diesjährigen Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2021, Berlin

Weltweit erstmals möglich: Echtzeitüberwachung der Knochenheilung nach Brüchen -- Prof. Michael Johannes Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), beurteilt aktuelle technische Entwicklungen in der Orthopädie und Unfallchirurgie positiv: "Wir sehen derzeit erstaunliche Innovationen, die den Therapieerfolg verbessern". Vor allem das sogenannte "Fracture Monitor System" stelle in der Therapiequalität eine Revolution dar: "Nun können wir in Echtzeit beurteilen, wie der Heilungsprozess bei Brüchen verläuft. Wir sehen, ob Medikamente wie gewünscht wirken oder wie unsere Therapieempfehlungen den Patienten voranbringen". Diese sogenannten "Intelligenten Implantate" platziert der Chirurg im Bereich der Fraktur. Sensoren übermitteln dann Informationen über die Stabilität und die Verformungen des Knochens auf ein handelsübliches Handy. Ein weiterer Meilenstein sei nach Raschke die neue Möglichkeit der dreidimensionalen Herstellung von Prothesen und Platten direkt aus dem 3D-Drucker. Hier sieht der Präsident zukünftig Chancen, dass auf jeden Patienten individuell eingegangen werden kann.

Quelle: Pressekonferenz B anlässlich des diesjährigen Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2021, Berlin